Der ehemalige Shanghaier Schlachthof "1933" im Hongkou Distrikt wird in ein Mega-Kulturzentrum umgewandelt. 25.000 Quadratmeter sollen ab 2008 Künstler, Designer, Architekten, Planer und Modeschaffende beherbergen. Kein zweites Xintiandi soll entstehen, keine künstliche Klitsche mit angemalter Fassade, sondern roher Beton wird Zeugnis der bizarren Industriekultur der 30er Jahre sein.
Chef der Shanghaier Entwicklergruppe ist der charismatische Paul Liu, der bereits die Kultstätte "3 on the Bund" zu einem Mekka der Food- und Fashionbranche gemacht hat. Liu gehört zu der Investorengruppe, die für die quasi-staatliche Shanghai Creative Industry corporation den Riesenkomplex erschlossen hat und für die kommenden 15 Jahre betreiben wird. Die Auflagen sind streng: Die Betreiber dürfen Mieter nicht nach Finanzkraft aussuchen, sondern müssen sich an den vorgegebenen Mix aus freischaffenden Künstlern, kleinen Planungsbüros und generell Kulturinstitutionen halten. Wenige kommerzielle Einrichtungen wie zwei Edelrestaurants an der Westfront, Privatclubs und Boutiquen, sollen dann die kleineren Büros quersubventionieren.
In der kommenden Woche wird 1933 erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht im Rahmen der Shanghai International Creative Industry Week. Nachdem Shanghai-Liebhaber nach jahrelangen erbarmungslosen Kahlschlägen nur noch wenig Vertrauen in Baubehörden und Stadtverwaltung aufbringen, scheint sich mit 1933 ein Lichtblick am Horizont abzuzeichnen. Hongkou und Yangpu, die lange vernachlässigten nördlichen Distrikts, die hinter mondänen Stadtbezirken wie Pudong oder die Shoppingzentren lange zurückstehen mussten, erhalten im Zuge der Expo-Vorbereitungen einen neuen Status.
Das ehemalige Industrie- und Arbeiterviertel Yangpu soll zum Wissensbezirk entwickelt werden mit mehreren Universitäten und Instituten. Hongkou, das Viertel nördlich des Suzhou Creek mit seinem großen Bestand an traditionellen Wohnhäusern, wird Kulturzentrum Shanghais. Die 1933-Investoren versprechen, dass die umliegenden Wohngebiete nicht abgerissen werden und die Anwohner durch hohe Preise vertrieben werden sollen. Ihrer Vorstellung nach wird "1933" auf die Nachbarschaft mittelbar wirken. "Mein Traum ist es, dass einer der Anwohner ein erstes Kaffee eröffnet, während seine Mutter den Enkel schaukelt und die Nachbarn sich wie früher draussen auf der Strasse zum Spielen und Erzählen treffen", fabuliert Liu.
Die Renovierungskosten belaufen sich auf rund 20 Millionen Dollar, schätzt Liu. Innerhalb eines Jahrzehnts soll das Gebäude die Anfangsinvestitionen wieder eingespielt haben. Bislang will Paul bereits ein Fünftel der Fläche vermietet haben und möchte innerhalb eines Jahres Verträge für das gesamte Areal unter Dach und Fach haben. Am 29. November zieht der erste Mieter ein. Ein Hongkonger Architektenbüro.
Anja Feldmann
Tuesday, November 13, 2007
Monday, November 12, 2007
China setzt auf Windenergie
Östlich von Urumuqi Richtung Turfan erstrecken sich gigantische Windkraftfelder. Kein Wunder - in dieser Region sind die Winde so stark, dass an manchen Tagen der Verkehr lahm liegt und Touribusse ihre Fahrt ins Weintraubenland Turfan auf halber Strecke abbrechen müssen.
Mit dem wachsenden Energiebedarf werden auch alternative Energiequellen in China mehr und mehr beachtet. Li Junfeng, Experte für Alternative Energien, sieht das Land 2020 als drittgrößten Markt für Windenergie. Derzeit liegt die Volksrepublik auf Rang 5 nach den USA, Deutschland, Indien und Spanien. Allein im vergangenen Jahr wurden weltweit Windgeneratoren für 23 Milliarden Dollar mit einer Kapazität von 74 Gigawatt ans Netz angeschlossen. China will in diesem Jahr im Windkraftbereich 5 Gigawatt erzeugen.
Mit dem wachsenden Energiebedarf werden auch alternative Energiequellen in China mehr und mehr beachtet. Li Junfeng, Experte für Alternative Energien, sieht das Land 2020 als drittgrößten Markt für Windenergie. Derzeit liegt die Volksrepublik auf Rang 5 nach den USA, Deutschland, Indien und Spanien. Allein im vergangenen Jahr wurden weltweit Windgeneratoren für 23 Milliarden Dollar mit einer Kapazität von 74 Gigawatt ans Netz angeschlossen. China will in diesem Jahr im Windkraftbereich 5 Gigawatt erzeugen.
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