Thursday, October 05, 2006

Das Wagenbach-Buch

Der vielfach ausgezeichnete langjährige WDR-Kameramann Franz Wagenbach geht in den Ruhestand. Rund 30 Kollegen und Weggefährten haben sich für den Weltenbummler ein ganz besonderes Abschiedsgeschenk ausgedacht. Auf Anregung des schon pensionierten ARD-Korrespondenten Luc Leysen haben sie einen maßgeschneiderten Reiseführer (siehe Foto) für ihn verfasst: Jeder beschrieb ein persönliches Reiseziel und versah es außerdem mit Grüßen und wichtigen Tipps. Sie erinnerten auch an gemeinsame Erlebnisse, fanden herzliche Worte für den Kollegen und Freund Franz Wagenbach.

Mit dabei sind viele bekannte Namen des deutschen Fernsehjournalismus. Heiko Engelkes verfasste das Vorwort, von Ex-Tagesthemen-Moderator Ulrich Wickert stammt der Reisetipp Cody/Wyoming. Anja Feldmann empfahl Shanghai und das ganz in der Nähe gelegene verträumte Dörfchen Dongshan am Taihu-See. Sabine Rollberg erinnerte an gemeinsame Drehs mit Wagenbach im französischen Amiens sowie dem Kongo. Zu den weiteren Autoren gehören Helmut Grosse, Ina Ruck, Annette von Wangenheim, Hans-Josef Dreckmann, Sonia Mikich, Peter Bauer, Hans Hübner, Peter Winterberg und viele mehr. Liebevoll und lesenswert sind die Beiträge verfasst. Hotel- und Restaurantempfehlungen vor Ort sowie Insidertipps – etwa zum Trinken von Bergschnaps in Georgien – runden das ungewöhnliche Präsent, von dem es nur eine einzige Ausgabe geben wird, ab. „Ein kerzengerader Kerl mit eigener dezidierter Meinung“ schreibt etwa WDR-Redakteur Wolfgang Landgraeber in seinem Beitrag – und ergänzt: „Viel zu schade für den Ruhestand!“ Er spricht damit wohl vielen aus der Seele. kp

Danke an Luc Leysen für die tolle Redaktion!

Wednesday, October 04, 2006

Neue Auto-Allianzen - will DaimlerChrysler chinesische Cherys verkaufen?

Die Gerüchte verdichten sich: DaimlerChrysler will nach int. Medienberichten mit dem chinesischen Fahrzeughersteller Chery Kleinwagen für die USA bauen. Chrysler solle billige, von Chery in China produzierte Kleinwagen übernehmen und unter der Marke Dodge in den USA verkaufen. Später solle auch eine gemeinsame Fertigung von Kleinwagen geprüft werden. Laut NYTimes wird bereits mit Zulieferern verhandelt. (AFP, FAZ). Die Kleinwagen dürften nicht nur in den Staaten rollen. "Chery may get US, EU export lift" hatte die Shanghai Daily vor einer Woche bereits mit Verweis auf Bloomberg gemeldet (SHD 26/09/06).
Fazit: Europas Autohersteller dürfen sich warm anziehen.

Monday, October 02, 2006

KPMG: Chinesische Chemiekonzerne bauen Kapazitäten aus

Nach einer neuen KPMG-Studie zum Chemiemarkt China (2006-09) wollen die chinesischen Firmen den raschen Ausbau ihrer Produktionskapazitäten möglichst auf eigene Faust vorantreiben. Ausländische Unternehmen seien lediglich dort gefragt, wo es der heimischen Industrie an Know-How fehle. Im April ist das 4,3-Mrd.-US$-JV von Royal Dutch Shell mit CNOOC in Huizhou, Guangdong, in Betrieb genommen worden. Neu ist die Genehmigung einer Öl-Raffinerie für 5 Mrd. US-$ in der Nähe von Nansha, ebenfalls Guangdong. Das JV von Sinopec und Kuwait Petroleum Corp schließt eine Ethylen-Produktion mit 900.000 Jahrestonnen ein.

Die drei Hauptstandorte der Chemieindustrie in China sind Shanghai, Guangdong und Peking. Die Hafenstadt Tianjin werde bis 2015 zu einem weiteren Drehkreuz der Chemieindustrie mit einem neuen Chemiepark mit 80 km2.

Sunday, October 01, 2006

Heidelberger Druck produziert in Shanghai

China ist für Heidelberger Druck der drittgrößte Markt nach Deutschland und den USA - und seit neuestem auch Produktionsstandort. Am 28. September eröffnete das Unternehmen sein erstes Werk in Asien. Investitionskosten: 10 Millionen Euro. Die zweite Phase soll im Frühjahr fertig sein. Shanghai wird damit für Heidelberger Druck zur "Production base" in Asien. China importierte 2005 Druckmaschinen für 1,65 Mrd US-Dollar, der Großteil High-End-Maschinen.

WTO untersucht Chinas Automarkt-Regelung

China ist heute schon einer der größten Autoabsatzmärkte der Welt. Umso wichtiger ist die Untersuchung der Welthandelsorganisation WTO, inwieweit das Land ausländische Autohersteller mit seinen Einfuhrzöllen behindert. Allerdings dürfte das Ergebnis einige Jahre auf sich warten lassen.

Das Problem: besteht ein in China gefertigtes Auto zu mehr als 60 Prozent aus importierten Zulieferteilen, müssen die Autoproduzenten Zölle zahlen. Die Autokonzerne müssen also, um unter der 60-Prozent-Grenze zu bleiben, bei den in China montierten Wagen immer mehr Importteile durch chinesische Produkte ersetzen. Viele Autozulieferer verlagern daher Teile ihrer Produktion nach China, um weiter im Geschäft zu bleiben. Die USA und die EU sehen darin eine Wettbewerbsverzerrung.

Europäische Autohersteller haben derzeit einen Marktanteil von 20-25 Prozent in China, die europäischen Autoteile-Exporte nach China belaufen sich auf rund drei Mrd. Euro lt. Shanghai Daily vom 29. Sept. 2006. (USA: 681 Mio US$).

Des Kaisers neue Kleider

Beim dritten Anlauf - Schumacher fährt bei seiner Abschiedsrunde in Shanghai als erster ins Ziel. Bei den ersten Shanghaier Formel1-Rennen war Schumi in den Vorjahren glücklos gewesen. Das es beim letzten Rennen noch geklappt hat - die Shanghaier werden es ihm danken. Fast so schön wie Fußball!!! Titel Bildzeitung: Der Kaiser von China.

Shanghai Biennale noch bis zum 5. November

Die 6. Shanghai Biennale endet am 5. November. Exhibition designer ist Margo Renisio (hat schon das franz. Jahr betreut).

Kurator und künstlerischer Direktor der Biennale ist Zhang Qing (geb. 1964 in Suzhou), stellvertretender Direktor des Shanghai Art Museums, Publizist und Chefredakteur der Zeitschrift Chinese Art of the 1990s.

Zhang Qing beschäftigt sich in seinem Blog mit seinem jüngsten Deutschlandbesuch und dem künstlerischen Sprachgebrauch in Deutschland und die Kunstentwicklung seit den 50er Jahren.